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Die Planung und Einrichtung Ihres gewerblichen Handwerksbetriebs oder Ihrer privaten Werkstatt soll zur größtmöglichen Produktivität beitragen und die Handhabung von Material und Maschinen vereinfachen. Denn: Im schnelllebigen Arbeitsalltag sind Sie und Ihre Mitarbeiter ständig in Bewegung und müssen hochwertige Arbeiten rasch ausrichten. Eine gut strukturierte Einrichtung Ihrer Werkstatt garantiert hierfür einen reibungslosen Betriebsablauf. Durch geeignete Beleuchtung, einen robusten Bodenbelag und solide Arbeitsflächen inklusive optimaler Werkzeug-Sortierung, lassen sich Ihre vielfältigen Projekte bequem umsetzen. In unserem Ratgeber zur Werkstattplanung geben wir Ihnen zweckmäßige Tipps zu einem sinnvollen Organisationssystem in Ihrer Werkstatt und zeigen auf, welche Details Sie beim Einrichten Ihrer Werkstatt berücksichtigen sollten.

In 5 Schritten die neue Werkstatt planen

Um die für Sie passende Werkstatt-Ausstattung zu finden, sollten Sie zunächst einen konkreten Plan über Ihre zukünftigen Arbeiten und den Arbeitsumfang entwerfen. Als ersten Schritt empfiehlt es sich, eine Checkliste zu erstellen, die Ihnen wichtige Anhaltspunkte zum Einrichten der Werkstatt gibt:

  1. Welche Arbeiten werden ausgeführt, z.B. Holz- oder Gießarbeiten, zerspanende Tätigkeiten oder Lötarbeiten?
  2. Wie viele Maschinen und Werkzeuge werden für wie viele Mitarbeiter benötigt?
  3. Ist ein Lager- und Stauraum für Material oder Fertigungsprodukte notwendig?
  4. Sind die Werkstattzugänge angemessen groß?
  5. Gibt es spezielle Sicherheitsvorgaben, für die zusätzliche Einbauten notwendig sind?

Wenn Sie diese fünf Fragen beantwortet haben, können Sie mit der Detailplanung beginnen: Ein sehr wichtiger Aspekt, der schon bedacht werden sollte, bevor Sie Ihre Werkstatt einrichten, ist die Anordnung von Werkbänken und Maschinen. Diese ermöglicht wesentlich, dass Material oder fertige Produkte problemlos manövriert werden können.

Nach diesem gedanklichen Überblick über Ihre zukünftige Werkstatt, können Sie nun die geeignete Werkstatteinrichtung auswählen. Vielleicht benötigen Sie neben Standards wie Schränken und Werkstattbänken auch Sonderlösungen wie Schwerlastregale oder Vorrichtungen zur Gefahrstofflagerung. Um diese in der Werkstatt einzurichten, wird zusätzlicher Platz benötigt und sind eventuell auch bestimmte Bedingungen an den Untergrund oder Entlüftungsanlagen geknüpft.

Werkstatt einrichten – hohe Ansprüche an den Werkstattboden

Bevor Sie mit der Einrichtung Ihrer Werkstatt beginnen, sollten Sie überprüfen, ob der bereits vorhandene Werkstattboden den geplanten Arbeiten und den damit verbundenen Anforderungen entspricht. Mögliche Materialien für Werkstattböden können Linoleum, PVC, Hartgummi oder Flüssig-Versiegelungen sein.

Bedenken Sie hierbei, dass der Bodenbelag gegebenenfalls spezielle Vorgaben für Sicherheitsanforderungen erfüllen muss, wie zum Beispiel einer bestimmten Rutschhemmungsklasse zu entsprechen oder undurchlässig gegenüber flüssigen Gefahrstoffenzu sein. Zudem wird Ihr Werkstattboden ggf. starken mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sein und sollte diesen standhalten.

Die Anforderungen an die Werkstatträume planen

Nachdem Sie nun wissen, in welchen Bereichen des Werkstattraums Werkzeuge und Maschinen sowie Aufbewahrungsmöglichkeiten und Arbeitsflächen angeordnet sind, empfiehlt es sich zu überdenken, welche Art des Stromanschlusses Sie benötigen, welche Beleuchtung sowie Beheizungsart geeignet ist und ob Sie für eine Belüftungsanlage sorgen müssen.

1.      Welche Anschlüsse sind zum Einrichten der Werkstatt nötig?

Handwerker plant Werkstatt am Tablett

Aus Ihrer vorherigen Planung wird deutlich, welche Arbeiten in Ihrer Werkstatt ausgeführt werden sollen und welche Werkzeuge oder Maschinen Sie dazu benötigen. Daraus lässt sich ableiten, welche Anschlüsse in Ihrer Werkstatt unabdingbar sind.

Schließlich kann auch ein Wasseranschluss in Ihrer Werkstatt sinnvoll sein: Im alltäglichen Betriebsablauf müssen unter Umständen Hände oder auch Materialien gereinigt werden. Neben einem Wasseranschluss kann dazu auch ein Ausgussbecken aus widerstandsfähigem Edelstahl sinnvoll sein.

In Ihre Überlegungen sollten Sie die Art des Stromanschlusses einbeziehen: Reichen für den Betrieb von Maschinen und Elektro-Werkzeugen durchschnittliche 220V-Steckdosen oder brauchen Sie auch einen Starkstromanschluss? Überprüfen sollten Sie auch, ob dazu die Steckdosen in ausreichender Zahl vorhanden und sinnvoll im gesamten Raum verteilt sind: Zusätzliche Verlängerungskabel können lästig sein und bergen ein Unfallrisiko. Außerdem sollten die Sicherungen und Leitungen in der Werkstatt auch für starkverbrauchende Maschinen dimensioniert sein.

2.      Ist für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt?

Prüfen Sie genau, welche Art der Werkstatt-Beleuchtung Sie verwenden wollen und welche Lampen für Ihre Arbeitsprozesse am geeignetsten sind: Genügen sehr helle Deckenstrahler oder sind schwenkbare bzw. mobile Leuchten besser geeignet für Ihren Handwerksbetrieb?

Auf jeden Fall sollte eine Werkstatt-Beleuchtung flimmerfrei und nicht-blendend sein. Darüber hinaus empfiehlt es sich, dass Werkstatträume gleichmäßig mit 200-500 Lux ausgeleuchtet sind. Ideal ist eine Farbtemperatur ab 5700 K: Sie verhindert die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und steigert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter.

3.      Sind zum optimalen Einrichten der Werkstatt Be- und Entlüftungsanlagen nötig?

Kommt es während der Arbeit in Ihren zukünftigen Werkstatträumen zu einer hohen Staubbildung oder Emission von Schadstoffen und Gasen, ist der Einbau einer passenden Belüftungs- oder Abluftanlage in Erwägung zu ziehen. Mitunter ist dies aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen sogar zwingend vorgeschrieben. Mit der Anlage kann schadstoffbelastete Luft punktgenau abgesaugt und ins Freie transportiert werden. Gröbere Partikel wie Holzspäne oder -staub, beispielsweise nach Säge- und Schleifarbeiten, werden ebenfalls aus der Luft gefiltert.

4.      Welche Werkstattheizung eignet sich?

Vor allem bei der offenen Gestaltung von Werkstätten und Produktionsräumen, ist in den meisten Fällen eine Werkstattheizung notwendig. Auch hier muss im Vorfeld überlegt werden, welche Heizungsart für die Werkstatt zweckmäßig ist. Hier sind ein möglichst günstiger Verbrauch, eine flexible Nutzung und eine hohe Leistungsstärke anzustreben. Übliche Heizungsarten in Werkstätten sind Diesel- oder Ölheizungen, elektrische Heizlüfter oder Infrarotheizungen sowie Gas-Heizungen.

Werkstatt einrichten – mit passendem Mobiliar den Raum effizient nutzen

Mit der Einrichtung Ihrer Werkstatt können Sie clever unterschiedliche Arbeits- und Aufbewahrungsbereiche schaffen. So nutzen Sie den vorhandenen Raum effizient, ohne an Bewegungsfreiheit und Flexibilität einzubüßen und haben Ihre Werkzeuge und Maschinen immer griffbereit.

Arbeitsflächen – vielseitige Werkbänke nutzen

Besonders effektiv und platzsparend lässt sich in Werkstätten mit Werkbänken arbeiten. Neben festverbauten Werkbänken bieten sich auch Werkstattwagen an, die mobil nach Bedarf eingesetzt werden können. Alternativ stellen rollbare Kompaktwerkbänke eine Möglichkeit dar, Ihren Arbeitsplatz sowie das Werkzeug bequem innerhalb der Werkstatträumlichkeiten zu bewegen.

Die Vielzahl an Organisationslösungen durch Werkbänke ist jedoch noch umfangreicher: Wenn Sie Ihre Werkstatt einrichten, können Sie z. B. auf einfache Varianten aus Arbeitsplatte und Gestell zurückgreifen oder Kompaktmodelle mit individualisierbaren Unterbauten wählen. Hinzu kommen modulare Komplettsets, die sich flexibel umgestalten und integrieren lassen. Besonderen Wert sollten Sie hier auch auf eine robuste und hochwertige Arbeitsplatte legen.

Bei der Auswahl der passenden Arbeitsflächen sollte auch die Ergonomie am Arbeitsplatz nicht außer Acht gelassen werden: Die richtige Höhenabmessung und Höhenverstellbarkeit führt zu einer gesunden, aufrechten Körperhaltung und entlastet bei allen Handwerkstätigkeiten.

Aufbewahrung – Ordnung und Organisation für Werkzeuge und Material

Den Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Werkzeug und Material sind keine Grenzen gesetzt, denn Schränke und Regale für das Einrichten Ihrer Werkstatt gibt es in unterschiedlichen Größen, Modellen und Arten im Fachhandel zu kaufen. Hier nutzen Sie den Platz in Ihrer Werkstatt besonders clever, wenn Sie Arbeitsmittel auch an den Wänden unterbringen: Hoch- und Hängeschränke sowie Lochwände ermöglichen auch eine vertikale Nutzung der Werkstatträume.

Alternativ können Sie die Palette der Arbeitsflächen und Aufbewahrungsmöglichkeiten kreativ erweitern, indem Sie nach Do-It-Yourself-Manier Werkbänke und Aufbewahrungsmobiliar selbst entwerfen und bauen. Vielleicht konstruieren Sie so für eine Nische den perfekten Lückenfüller, der Ihnen vor der Werkstatt-Eröffnung noch gefehlt hat.

Bildquellen:
© gettyimages.de – wundervisuals prior