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Lesezeit: 6 Minuten

Bauzäune sind im Stadtbild allgegenwärtig. Doch erst, wenn Sie selbst einen Bauzaun aufstellen müssen, kommt die Frage auf, was Sie im Detail dafür brauchen und welche Formalitäten zu beachten sind. Schließlich gilt es, nicht nur die Baustelle, sondern auch Passanten und Passantinnen zu schützen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie einen Bauzaun richtig aufstellen und welche Vorschriften Sie dabei berücksichtigen müssen.

Was ist ein Bauzaun und welche Funktion erfüllt er?

Unter einem Bauzaun versteht man mobile Zaunelemente zur temporären Absperrung eines Areals, das besonders geschützt werden muss. Da es sich dabei meistens um eine Baustelle handelt, hat sich die Bezeichnung Bauzaun durchgesetzt. Die Umgrenzung mit einem Zaun ist in diesem Fall ein wichtiges Element der Baustellenabsicherung. Es ist aber durchaus üblich, einen Mobilzaun als Absperrgitter bei Veranstaltungen oder auf großen Parkflächen einzusetzen.

Ein Bauzaun kann also je nach Einsatzort verschiedene Funktionen erfüllen:

  • Absicherung
  • Begrenzung
  • Zugangssperre
  • Sichtschutz
  • Schutz vor Staub und Schmutz
  • Lenkung von Verkehrs- und Menschenströmen

Früher wurden Bauzäune aus Holz angefertigt – eine Variante, die auch heute noch zum Einsatz kommt, wenn der Zaun vorrangig als Staub- oder Sichtschutz dient oder besondere Anforderungen an die optische Wirkung erfüllen soll. Da Holz bis zu einem gewissen Grad Geräusche dämpft, kann auch der Schallschutz mit einem solchen Bauzaun verbessert werden. In der Regel bestehen Bauzäune heute jedoch aus Stahl und haben einen robusten Rohrrahmen, an dem ein Drahtgeflecht befestigt ist. Abhängig von der Verarbeitung des Drahtgitters gibt es zwei verschiedene Ausführungen:

  • Einstabmattenzäune: Die vertikalen Gitterstäbe sind mit einer horizontalen Querstrebe und dem Stahlrahmen des Zauns verschweißt.
  • Doppelstabmattenzäune: Die vertikalen Gitterstäbe sind mit zwei horizontalen Querstreben und dem Stahlrahmen des Zauns verschweißt, was dem Bauzaun insgesamt mehr Stabilität verleiht.

Darüber hinaus gibt es verschiedenes Zubehör, um einen Bauzaun optimal auf die Bedingungen am Einsatzort abzustimmen. Dazu gehören zum Beispiel Sichtschutzplanen aus Kunststoff, Bodenplatten, Bauzaunfüße aus Beton oder Kunststoff, Scharniere, Schlösser etc.

Wann müssen Sie einen Bauzaun aufstellen und welche Genehmigungen sind nötig?

Die Hauptfunktion eines Bauzauns ist die Absicherung einer Baustelle im öffentlichen Raum. Dabei ist die Sicherheit auf der Baustelle selbst genauso wichtig wie die der Umgebung. Der Bauzaun soll verhindern, dass Unbefugte die Baustelle betreten, durch herabfallende Gegenstände verletzt werden, in Baugruben fallen oder durch Staub- und Lärmentwicklung beeinträchtigt werden.

Eine Baustelle richtig abzusichern, ist die Pflicht des hauptverantwortlichen Bauunternehmens. Es lässt sich also allgemein sagen, dass Sie immer dann einen Bauzaun aufstellen müssen, wenn Ihre Baustelleneinrichtung öffentliche Wege und Straßen betrifft und sich auf den Verkehr und/oder Passanten und Passantinnen auswirkt. Für diesen Fall brauchen Sie außerdem die Genehmigung der zuständigen Behörden vor Ort.

Die konkreten Vorschriften für die Baustellenabsicherung können in Details variieren und hängen weiterhin von den zu verrichtenden Arbeiten ab. In Österreich ist das Aufstellen von Bauzäunen in der Bauarbeiterschutzverordnung (BauV) sowie im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) geregelt.

Grundsätzlich muss der Zaun so aufgestellt werden, dass er kein Sicherheitsrisiko darstellt und auch einem Unwetter oder mechanischer Einwirkung bis zu einem gewissen Grad standhält. Erkundigen Sie sich in diesem Fall unbedingt bei den örtlichen Behörden, welche Vorschriften zu berücksichtigen sind, bevor Sie den Bauzaun aufbauen.

Falls Sie sich unsicher sind, wie Sie einen Bauzaun sicher aufstellen, ist es sinnvoll, ein externes Unternehmen damit zu beauftragen bzw. mit einem Subunternehmen zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise gehen Sie sicher, dass alle gesetzlichen Regelungen berücksichtigt werden und gehen kein unnötiges Sicherheitsrisiko ein.

Einen Bauzaun richtig aufstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Haben Sie sich mit den geltenden Vorschriften vertraut gemacht, können Sie den Bauzaun aufstellen und mit dem notwendigen Zubehör ausstatten. Wie Sie dabei vorgehen, erklären wir Ihnen in dieser Anleitung Schritt für Schritt.

  1. Notwendige Materialien und Ausstattung bereitlegen

    Materialien, die zum Aufstellen eines Bauzauns benötigt werdenSie benötigen die Zaunteile, Zubehör und Werkzeug sowie Arbeitsschutzausstattung, die Hände und Füße beim Heben der Zaunelemente und -füße schützt. Das gilt besonders für Bauzaunfüße, die je nach Material ein Gewicht zwischen 16 und 35 kg haben.
    · Zaunelemente
    · Bauzaunfüße
    · Verbindungselemente
    · 19er-Schraubschlüssel oder Ratsche
    · Warnschilder und Sicherheitskennzeichnungen
    · Sicherheitsschuhe
    · Schutzhandschuhe

  2. Standort festlegen

    Grafische Darstellung der optimalen Bodenbeschaffenheit, um einen Bauzaun aufzustellenBei der Wahl des Standorts müssen Sie darauf achten, dass die Bauzaunfüße auf einem ebenen, festen Untergrund stehen können. Jede Unebenheit muss zunächst beseitigt werden, da die Bauzaunfüße sonst abrutschen und den gesamten Zaun zum Kippen bringen könnten.

  3. Bauzaunfüße aufstellen

    Grafische Darstellung zum richtigen Aufstellen der BauzaunfüßePlatzieren Sie die ersten beiden Bauzaunfüße nun im notwendigen Abstand auf dem Boden. Sie müssen senkrecht zum Verlauf des Bauzauns ausgerichtet werden. Nur dann ist die optimale Standsicherheit gewährleistet.

  4. Zaunelement montieren

    Montage eines BauzaunelementsBauzaunfüße sind mit drei Öffnungen versehen. Stecken Sie das Zaunelement immer in die mittlere Öffnung, sonst ist die Stabilität nicht gewährleistet und der Zaun könnte bei starkem Wind oder anderen mechanischen Einwirkungen umkippen.

  5. Bauzaun vollständig aufstellen

    Grafische Darstellung von vollständig aufgestellten BauzaunelementenNun stellen Sie einen weiteren Bauzaunfuß auf und stecken das nächste Zaunelement in die mittlere Öffnung. Diese Schritte wiederholen Sie, bis die vollständige Länge des Zauns erreicht ist.

  6. Bauzaun verschrauben

    Grafische Darstellung, wie Zaunelemente eines Bauzauns miteinander verschraubt werdenUm die Stabilität zu erhöhen, werden die einzelnen Bauzaunelemente nun miteinander verbunden. Dafür bringen Sie Verbindungsstücke an den vorgesehenen Stellen seitlich am Bauzaun an und verschrauben diese fest.

  7. Kennzeichnung anbringen

    Grafische Darstellung, welche Leuchtelemente und Warnschilder bei Bedarf am Bauzaun angebracht werdenFalls nötig, bringen Sie nun die erforderlichen Warnschilder und Leuchtelemente an. Warnbaken werden in die dafür vorgesehenen Aussparungen der Bauzaunfüße gesteckt.

  8. Gitterschutz anbringen

    Grafische Darstellung einer Plane, die zum Sichtschutz am Bauzaun angebracht wirdZum Schluss können Sie den Bauzaun mit Planen zum Sichtschutz oder feinmaschigen Netzen zum Staub- oder Witterungsschutz ausstatten.

Was kostet ein Bauzaun?

Die Kosten für einen Bauzaun hängen sowohl von der Ausführung der Zaunelemente sowie von der benötigten Ausstattung ab. Wollen Sie den Zaun kaufen, können Sie mit etwa 60 bis 80 Euro pro Zaunelement (inkl. Standfüße) rechnen. Die meisten Unternehmen bieten Rabatte auf den Stückpreis, je mehr Elemente Sie kaufen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Bauzaun zu mieten. Das lohnt sich besonders für Veranstaltungen, die nur wenige Tage dauern. Hier sind Mietpreise von etwa 5 Euro pro Tag und Zaunelement üblich, die ebenfalls mit zunehmender Anzahl und Dauer sinken. Lassen Sie ein externes Unternehmen den Bauzaun aufstellen, liegen die Kosten zwischen 30 und 60 Euro pro Meter.

Die Kosten für einen Bauzaun können variieren und hier nur grob geschätzt werden. Verschiedene Faktoren wie etwa die Länge des Zauns oder Ihr Standort beeinflussen die Preisgestaltung.

Wer haftet bei Schäden am Bauzaun?

Ob Sie im Rahmen einer Veranstaltung oder als Bauunternehmen einen Bauzaun aufstellen, Ihre Pflicht ist es

  • für die Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen zu sorgen
  • sicherzustellen, dass der Bauzaun sowie sämtliches Zubehör in einwandfreiem Zustand sind

Diese Pflichten sollten Sie unbedingt ernst nehmen, denn mit der Hauptverantwortung sind Sie vollständig haftbar für sämtliche Schäden, die am oder durch den Bauzaun entstehen – und zwar vom Aufstellen bis zum vollständigen Abbau des Zauns. Das gilt auch dann, wenn Sie als Subunternehmen lediglich den Bauzaun aufstellen und die Baustelle nach abgeschlossener Arbeit verlassen.

FAQ über das Aufstellen eines Bauzauns

Wie stellt man einen Bauzaun richtig auf?

Wenn Sie einen Bauzaun aufstellen wollen, fallen folgende Arbeitsschritte an:
1. Ebenen, festen Standort wählen
2. Bauzaunfüße aufstellen
3. Bauzaun in die mittleren Löcher der Fußteile stecken
4. Zaunelemente verschrauben
5. Warnschilder und Sicherheitskennzeichnung anbringen
6. Sichtschutz befestigen

Muss ich eine Genehmigung einholen, bevor ich einen Bauzaun aufstelle?

Sobald der Bauzaun im öffentlichen Raum steht und dort Verkehrs- und Menschenströme beeinflusst, benötigen Sie eine Genehmigung der örtlichen Behörden.

Welche Kosten kommen beim Aufstellen eines Bauzauns auf mich zu?

Die Kosten, um einen Bauzaun aufzustellen, hängen neben der Größe und Ihrem Standort auch davon ab, ob Sie den Zaun kaufen oder mieten und ob Sie die Montage selbst vornehmen oder von einem Unternehmen erledigen lassen. Zur groben Orientierung können Sie die folgenden Angaben nutzen:

· Kauf: 60 bis 80 Euro pro Zaunelement (inkl. Standfüße)
· Miete: etwa 5 Euro pro Zaunelement pro Tag
· Unternehmen beauftragen: 30 bis 50 Euro pro Meter Zaun

Wichtig! Beachten Sie unbedingt, dass der Bauzaun nur ein Element der Baustellenabsicherung ist! Gegebenenfalls sind weitere Maßnahmen wie die Kennzeichnung durch Warnschilder und Beleuchtung, großräumige Absperrungen sowie regelmäßige Sicherheitsprüfungen notwendig. Informieren Sie sich deshalb vor dem Aufstellen des Bauzauns rechtzeitig bei den örtlichen Behörden.

Bildquellen:

© gettyimages.de – DLMck