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Für die Planung eines Lagerraums, in dem Flurförderzeuge zum Einsatz kommen sollen, müssen Sie die Berechnung der Arbeitsgangbreite (Ast) für Stapler und Hubwagen vornehmen. Die Gangbreite meint hier die Fläche, die benötigt wird, um Lasten rechtwinklig ein- und auszulagern. Die Arbeitsgangbreite muss einerseits den Vorschriften entsprechen und soll andererseits möglichst gering ausfallen, damit die Lagerfläche optimal ausgenutzt werden kann.

Für die Berechnung wird die VDI-Richtlinie der Arbeitsgangbreite für Stapler herangezogen, die wichtige Kennzahlen und Normen zur Verfügung stellt. Im Folgenden erfahren Sie, welche davon für eine Berechnung relevant sind und wie Sie die Arbeitsgangbreite ermitteln.

Einflussfaktoren zur Berechnung der Arbeitsgangbreite für Stapler und Hubwagen

Um die Arbeitsgangbreite sowohl in Hinblick auf die nötige Verkehrsbreite als auch der optimalen Ausnutzung der Lagerfläche zu berechnen, müssen bestimmte Einflussfaktoren berücksichtigt werden:

  • Art der eingesetzten Flurförderfahrzeuge: Je nach Fahrzeugtyp kann sich die Wendigkeit und der Drehradius – und damit die benötigte Arbeitsgangbreite – beträchtlich unterscheiden. Auch die Maße des Fahrzeugs selbst spielen bei der Berechnung der Arbeitsgangbreite für Stapler und Hubwagen eine Rolle.
  • Art und Maße der Lasten: Einfluss auf die Arbeitsgangbreite haben auch die Lasten, die am häufigsten im Lager transportiert werden sollen. Hier spielen vor allem die Länge und die Breite des Transportguts eine entscheidende Rolle bei der Berechnung.
  • Manövrierzuschlag: Abhängig davon, ob in Ihrem Lager Flurförderfahrzeuge einbahnig oder mit Gegenverkehr unterwegs sind oder die Verkehrsgänge auch von Fußgängern mitbenutzt werden, ändert sich der erforderliche Sicherheitsabstand, auch Manövrierzuschlag genannt. Dieser beträgt üblicherweise mindestens 200 mm. Erfolgt der Lasttransport auf rutschigen Böden, liegt die Last nicht stabil auf dem Flurförderfahrzeug oder erschweren sehr breite oder lange Lasten die Anfahrt, sollte der Manövrierzuschlag erhöht werden.
  • Niederhubfahrzeuge: Bei Flurförderfahrzeugen, die Lasten nur vom Boden aufnehmen und über der Abstellfläche einschwenken, ist der Drehradius bei der Berechnung der Arbeitsgangbreite für Stapler und Hubwagen entsprechend angepasst.

Formeln zur Berechnung der Arbeitsgangbreite für Stapler und Hubwagen

Um eine korrekte Berechnung der Arbeitsgangbreite für Stapler und Hubwagen vornehmen zu können, müssen folgende Maße festgestellt werden:

  • a = Sicherheitsabstand (mindestens 200 mm)
  • Wa = Wenderadius mit Deichsel in Fahrstellung (bei breiten Lasten die fahrzeugseitige Lastecke R)
  • L6 = Fahrzeuglänge
  • B12 = Länge bis zur äußeren Lastseite oder die Diagonale zur äußeren Lastecke R
  • x = Abstand von Mitte der Lastachse bis Vorderkante Gabelrücken (Lastabstand)

Die aktuelle VDI Richtlinie gibt die Arbeitsgangbreiten für Stapler und Hubwagen mit Werten zwischen 1400 mm und 2200 mm an. Diese Werte gelten für den Einsatz von Flurförderzeugen mit Führungssystemen in Schmalgängen. Je nach Bauart des Flurförderzeugs und Beschaffenheit der Last werden die Wegbreiten unterschiedlich berechnet:

1.      Vierradgabelstapler mit Drehpunkt außerhalb der Achsmitte

Berechnung Arbeitsgangbreite Vierradgabelstapler mit Drehpunkt außerhalb der Achsmitte

2.      Dreiradgabelstapler mit Drehpunkt in der Achsmitte

Berechnung Arbeitsgangbreite Dreiradgabelstapler mit Drehpunkt in der Achsmitte

3.      Schubmaststapler mit Drehpunkt in der Achsmitte

Berechnung Arbeitsgangbreite Schubmaststapler mit Drehpunkt in der Achsmitte

4.      Hochhubwagen

Berechnung Arbeitsgangbreite Hochhubwagen

5.      Niederhubwagen

Berechnung Arbeitsgangbreite Niederhubwagen

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© gettyimages.de – sturti