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Die umweltfreundliche Beseitigung von Abfällen ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Umso wichtiger ist das fachgerechte Entsorgen von Gewerbemüll und Industrieabfällen im Betrieb. Hier geht es für Betriebseigner zum einen darum, verantwortungsbewusst zu handeln. Zum anderen sollen mit einem durchdachten Abfallbeseitigungskonzept aber auch Zeit und Kosten eingespart werden. Große Mengen von Gewerbe- und Industriemüll können über klassische Abfallbehälter bzw. Entsorgungssysteme entsorgt werden. Es gibt jedoch auch Sondermüll, dessen Entsorgung speziellen Anforderungen und Vorschriften entsprechen muss.

Allgemeine Vorschriften für private und gewerbliche Müllentsorgung

Alle Arten von Abfällen, die in Deutschland vorkommen, sind seit 2001 in der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) festgehalten. Hier werden die Abfälle definiert und im Hinblick auf ihre Gefährlichkeit sowie Überwachungsbedürftigkeit eingeteilt. Diese Verordnung gilt als Grundlage für eine fachgerechte Abfallentsorgung – egal ob gewerblich oder privat.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche nationale und internationale Gesetze und Verordnungen, denen für eine richtige Entsorgung von Abfällen Folge geleistet werden muss. Festgehalten sind darin Vorschriften für Abfälle, die bei unsachgemäßer Entsorgung Schäden in der Umwelt anrichten könnten:

Für die Mülltrennung und -entsorgung in Unternehmen gilt zusätzlich die Gewerbeabfallverordnung. Sie regelt genau, wie mit den verschiedenen Betriebs- und Industrieabfällen umzugehen ist.

Was ist Gewerbeabfall?

Viele mögliche Gewerbeabfälle kommen auch in privaten Haushalten vor: Restmüll, Papier und Pappe, Glas, Biomüll oder Abfälle, die in den gelben Sack gehören. Solchen Gewerbemüll zu entsorgen, funktioniert genauso wie zu Hause: Der Abfall wird getrennt in den entsprechenden Behältern entsorgt, die vom beauftragten Entsorger abgeholt werden. Gerade in Industriebetrieben fällt zusätzlich häufig Sondermüll an, wie zum Beispiel:

  • Altöl
  • Bauschutt
  • Chemikalien
  • Elektromüll
  • Holz
  • Sperrmüll
  • Kunststoffe

Wie auch im Privathaushalt müssen Unternehmen ihre Abfälle trennen und Sondermüll auf den jeweiligen Sonderwegen entsorgen. Allerdings gilt es für Gewerbebetriebe noch einige spezielle Vorschriften zu erfüllen.

Die Gewerbeabfallverordnung

Seit 2019 gilt die 2017 beschlossene neue Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV). Ihr lässt sich entnehmen, wie Gewerbe- und Industrieabfälle getrennt, gesammelt und entsorgt werden müssen. Für die Mülltrennung im Gewerbe gilt die Getrenntsammlungspflicht folgender Müllarten:

  • Pappe und Papier
  • Kunststoffe
  • Glas
  • Biomüll
  • Holz
  • Textilien
  • Metalle
  • Restmüll

Bei Bauabfällen müssen darüber hinaus auch diese Bestandteile getrennt gesammelt werden:

  • Dämmmaterial
  • Bitumengemische
  • Beton
  • Ziegel
  • Fliesen und Keramik

Wenn diese strikte Trennung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich unzumutbar ist, können alle Abfälle in einer Gewerbemülltonne gesammelt werden. Anschließend muss das Unternehmen den Müll entweder einer Vorbehandlungsanlage oder einer Anlage für die energetische Verwertung zuführen. Auch Betriebe, die 90 % ihres Gewerbeabfalls trennen, dürfen die restlichen 10 % direkt in die Verwertungsanlage transportieren.

Für die Abfallentsorgung jedes Unternehmens besteht eine Dokumentationspflicht. Die Verantwortlichen müssen digital oder schriftlich nachweisen, dass sie den Müll vorschriftsgemäß sammeln und beseitigen. Dafür können Fotos der Abfallbehälter, Zertifikate der Verwertungsanlage oder Entsorgungsnachweise dienen. Sind Dokumentation oder Müllentsorgung nicht korrekt erfolgt, drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro.

Richtige Gewerbemüllentsorgung – was darf in den Gewerbeabfall?

Wer Getrenntsammlung betreibt und Gewerbemüll entsorgen möchte, nutzt dazu die herkömmlichen Wege. Wenn mehr als nur gewöhnlicher Rest- oder Recyclingmüll anfällt, so ist es wichtig, sich mit den entsprechenden Vorschriften und Regelungen zur fachgerechten Sondermüllentsorgung auseinanderzusetzen.

Unternehmen, die von der Getrenntsammlungspflicht befreit sind, können ihren Müll in einer einzigen Mülltonne sammeln. Aber auch in die Gewerbemülltonne darf nicht alles hinein. Erlaubt sind:

  • Kunststoffe und Styropor
  • Metalle
  • Holz
  • Textilien
  • Schrott
  • Restmüll

Gesondert sind diese Abfälle zu sammeln:

  • Glas
  • Biomüll
  • Pflanzenabfälle
  • Sondermüll
  • medizinische Abfälle

Die Gewerbemülltonne – Behälter für die gewerbliche Abfallentsorgung

Um Gewerbemüll zu entsorgen, gibt es Mülltonnen und Abfallbehälter in unterschiedlichen Ausführungen. Abfallbehälter aus Kunststoff sowie aus Edelstahl eignen sich für den Innen- und den Außenbereich. Für den Abfall, der in der Gewerbemülltonne nichts zu suchen hat, gibt es zudem Wertstoff- und Spezialsammler. So gestaltet sich die Mülltrennung in Unternehmen besonders einfach und komfortabel.

Bitte beachten Sie: Die hier erwähnten Vorschriften sind nur eine Auswahl der wichtigsten gesetzlichen Vorgaben. Detaillierte Informationen lesen Sie dazu in den aufgeführten und ggf. weiteren Vorschriftensammlungen und Gesetzestexten nach. Bei der konkreten Umsetzung im Betrieb können und sollten im Zweifel außerdem Sachverständige hinzugezogen werden.

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