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Fahrwerk von Flurförderzeugen

Das Fahrwerk von Flurförderzeugen sowie die Art der Kraftübertragung auf den Boden bestimmen maßgeblich das Fahrverhalten. Erfahren Sie mehr.

Grundlegende Informationen zum Fahrwerk bei Flurförderzeugen

Die Spurweite (Abstand zwischen den Reifenmitten einer Radachse) hat einen Einfluss auf die Resttragfähigkeiten.

Der Radstand (y), der Abstand zwischen den Achsen, beeinflusst das Fahrverhalten. Wie beim PKW führt auch bei Flurförderzeugen ein kurzer Radstand, bei gleichem Lenkwinkeleinschlag, zu einem kleineren Wenderadius. Erschütterungen durch Fahrbahnunebenheiten werden jedoch in kürzeren Abständen aufgenommen. Der lange Radstand bewirkt bei sonst gleichen Voraussetzungen ein angenehmeres Fahrverhalten. Der große Wenderadius führt jedoch zu einem größeren Arbeitsgangbreitenbedarf.

Wir unterscheiden nach der Art der Antriebsübertragung auf den Boden, d.h. ob das Fahrzeug am gelenkten Rad angetrieben wird oder ob der Antrieb über die Lasträder erfolgt. Natürlich wird auch nach der Herkunft der Antriebsenergie unterschieden.

Beim Antrieb des gelenkten Rades oder der gelenkten Räder sprechen wir vom Heckantrieb, beim Antrieb der Lasträder vom Frontantrieb.

Lenkradantrieb/Heckantrieb bei Flurförderzeugen

Alle Elektro-Handhubwagen und Elektro-Handstapler werden heute über das gelenkte Rad angetrieben und auch gebremst. Dabei ist sichergestellt, dass der erforderliche Raddruck zum Bremsen und Beschleunigen bei normalen Einsatzbedingungen auf den Boden gebracht wird. Um die Traktion auch auf schlechten, rutschigen Böden und Steigungen sicherzustellen, sind ein hoher Antriebsraddruck und ein guter Reibungswert der Bereifung notwendig. Die Reifenhersteller bieten dazu unterschiedliche Produkte an.

Jungheinrich setzt je nach Fahrzeugtyp auf folgende Konzepte:

1. Gefederte/gedämpfte Seitenstützrollen wie beim Elektro-Hubwagen Jungheinrich ® EJE, verbunden über die sogenannte Koppelschwinge „ProTracLink“, verteilen die Stützkraft je nach Fahrsituation bei Geradeausfahrten gleichmäßig auf alle Räder und konzentrieren die Kraft auf das äußere Stützrad bei Kurvenfahrt. Die Dämpfer verhindern ein Aufschaukeln des Hubwagens, ähnlich wie der Stoßdämpfer beim Auto, und sorgen für die optimale Kurvenlage.

2. Bei dem Elektro-Hubwagen mit Stand-Plattform (Typ ERE 120) sind die Seitenstützrollen gefedert und der mittige Antriebsraddruck wird lastabhängig gesteuert. Bei weniger Last geht der Antriebsraddruck zurück und die Lenkkräfte an der kurzen Deichsel werden geringer. Mit zunehmender Last steigt der Druck und die erforderliche Bremskraft steigt ebenfalls. Dadurch ist aber auch bei geringer Last die Abbremsung sanfter, die Bandage rutscht nicht mehr durch und der Verschleiß ist geringer. Zudem sorgt das so genannte „ShockProtect“ für die Federung des kompletten Antriebs. Dadurch wird die Stand-Plattform von Stößen abgekoppelt, die Wirbelsäule des Bedieners entlastet und das Fahrwerk geschont.

Die Seitenstützräder haben außerdem bei schräger Auffahrt z.B. auf Rampen durch Niveau-Ausgleich einen niedrigen Verschleiß, da sich beide Stützräder durch eine mechanische Verbindung immer auf gleicher Höhe befinden.

3. Aktive Radaufhängung (Elektro-Doppelstock-Stapler Jungheinrich ® EJD 220):
Der EJD mit aktiver Radaufhängung erfüllt zwei Aufgaben.

  • Bei der LKW Be- und Entladung kann er zwei übereinanderliegende Paletten gleichzeitig über die Radarme und sein Hubgerüst aufnehmen und transportieren. Dabei muss er häufig mit schwierigen Bodenverhältnissen zurechtkommen. Steigungen und Rampenknicks erfordern eine gute Traktion des Antriebsrades. 
  • Als Stapler muss der EJD 220 eine gute Seitenstabilität aufweisen. Dabei hilft die Wirkungsweise der aktiven Radaufhängung: Bei Lastaufnahme wird die Stützkraft und damit die Seitenstabilität durch eine lastabhängige Stelleinrichtung in den seitlichen Stützrollen erhöht. Neigt sich der EJD z.B. durch außermittige Lastaufnahme zur Seite, konzentriert die Stelleinrichtung (ein Drei-Kolben-Steuerzylinder) die Stützkraft auf die Seite, zu der sich der EJD neigt. Ergänzt wird dieses System für die dynamische Stabilität durch ein integriertes Feder-Dämpfer-System. 

4. ProTracLink-Stützräder (Elektro-Stapler Jungheinrich ® EJC/ZT): Grundsätzlich ist der Deichselstapler in Vier-Rad-Ausführung statisch unbestimmt. Das Fahrzeug steht tatsächlich nur auf drei Rädern, das vierte ist unbelastet. Je nach Lastverteilung gibt es zwei Standdreiecke, die sich zwischen den Lasträdern und dem Antriebsrad bzw. dem Stützrad aufspannen. Dieses Konzept gewährleistet die hohe Seitenstabilität, kann jedoch ein Durchrutschen des Antriebsrades bei unebenen Bodenverhältnissen verursachen. Das Feder-Dämpfer-System der ProTracLink-Rolle kann bis zu einem gewissen Grad die unebenen Böden ausgleichen. Beim Hub über 3600 mm geht die Resttragfähigkeit jedoch zu stark verloren.

5. Bei dem Elektro-Stapler mit Stand-Plattform (Typ ERC 212) sind die Seitenstützrollen gefedert und der mittige Antriebsraddruck wird lastabhängig gesteuert. Bei weniger Last geht der Antriebsraddruck zurück und die Lenkkräfte an der kurzen Deichsel werden geringer. Mit zunehmender Last steigt der Druck und die erforderliche Bremskraft steigt ebenfalls. Dadurch ist aber auch bei geringer Last die Abbremsung sanfter, die Bandage rutscht nicht mehr durch und der Verschleiß ist geringer. Zudem sorgt ebenfalls das „ShockProtect“ für die Federung des kompletten Antriebs. Dadurch wird die Stand-Plattform von Stößen abgekoppelt, die Wirbelsäule des Bedieners entlastet und das Fahrwerk geschont.

Auswahl aus dem Flurförderzeug-Sortiment von Jungheinrich PROFISHOP